Voices of joy Temperament – Glaube, Liebe, Hoffnung
Es kommt selten vor, dass ein Kirchenraum mit soviel freudigem, enthusiastischem Glauben erfüllt wird, wie dies der Gospelchor „Voices of joy“ an seinem Konzert in der ref. Kirche Frick zu tun vermochte.
Die Kirche war voll, als Chris Heule mit
einem echten Hammondsound und „Rotary Speaker“ und Martin
Dürrenmatt am Schlagzeug loslegten. Die «Voices of joy» kamen im
Rhythmus klatschend herein und stellten sich auf dem Podest auf.
Eine Stunde lang glaubte man sich nun nicht mehr in Frick, sondern
in einer der grossen Gospel-Kirchen Amerikas zu sein.
Der Chor «Voices of joy» unter der Leitung von Roberto Caranci
wurde seinem Namen gerecht. Über siebzig Frauen und Männer
verkündeten mit ihren „Stimmen der Freude“ Glaube, Liebe und
Hoffnung temperamentvoll, und einfühlsam. Ein Chor der den
Vergleich, auch mit dem bekanntesten der Gospelchöre hierzulande,
nicht zu scheuen braucht. Mit kraftvollen Stimmen, wie sie
eigentlich nur von einem „schwarzen“ Chor erwartet werden,
begeisterten die Sängerinnen und Sänger das Publikum. Selbst ein
die Solisten begleitendes „uuuu“ oder „aaaa“ wurde mit voller
Inbrunst gesungen. Stets in rhythmischer Bewegung zur Musik,
klatschend oder fast tanzend, animierten sie die Zuschauer ohne
direkte Aufforderung es ihnen gleich zu tun und zogen so die
Besucher in ihren Bann.
Himmlisch und unter die Haut gehend, die Stimme von Brigita
Sagolij. Ihr Stimmvolumen gleicht dem von Mahalia Jackson, der wohl
berühmtesten Gospelsängerin aller Zeiten. Ihre stimmliche
Virtuosität mit einem unvergleichlichen Timbre reicht vom zarten,
fast hauchenden und steigert sich zum voluminösen, rauchigen
Gesang.
Fantastisch der Chorleiter Roberto Caranci. Er versteht es, die
Sängerinnen und Sänger mitzureissen und zu stimmlichen
Hochleistungen zu führen. Mit strahlenden Augen, die seine Freude
an der Musik widerspiegeln und mit vollem Körpereinsatz navigiert
er seinen Chor durch alle Gefühlswelten der Gospels. Seine positive
Ausstrahlung, die vermutlich nicht so leicht zu erschüttern ist,
überträgt er auf das Ensemble und aufs Publikum. Wenn er dann,
nebst dem Dirigieren auch noch zum Mikrophon greift, so ist er in
seinem Temperament kaum noch zu stoppen. Ein Vollblutmusiker per
excellence mit kraftvoller, Soul-Stimme.
Das Repertoire ist vielseitig und weckt alle möglichen Emotionen
der Konzertbesucher. Vom Freudigen, Enthusiastischen, dann
herabfallend ins Melancholische werden die Gäste wieder postwendend
in den siebten Himmel „katapultiert“. Die hervorragenden
Arrangements lassen alte Gospels wie „Go down Moses“ wieder in
einem neuen Kleid erscheinen. Nach einer Stunde gipfelt das Konzert
in einem Feuerwerk an Rhythmik, Gesang und Leidenschaft, wenn dann
auch das Publikum aus voller Kehle das „Happy day“ und als
krönenden Abschluss das „Amen“ mitsingt.
Ohne zu übertreiben, ein Konzert der Superlative mit gewaltigen
Stimmen und zwei hervorragenden Musikern, die ihr Metier
verstehen.
