Schwarze Musik zum Mitfeiern
Schafisheim Gut besuchtes Gospelkonzert des Chores «Voices of Joy»
Die hohen Erwartungen der Gospelfans wurde nicht enttäuscht: Sie kamen in den Genuss eines abwechslungsreichen, besinnlich stimmenden Konzertes.
Organisator Hans Meier durfte ein zahlreiches Publikum begrüssen, bevor die Sänger und Sängerinnen des vor etwa zwei Jahren gegründeten Gospelchors «Voices of Joy », begleitet vom Schlagzeuger der choreigenen Band «Triphone» von hinten durch den Saal einmarschierten. Klatschend bahnten sie sich ihren Weg durch die Zuschauermenge und positionierten sich auf der Bühne. Den Abschluss machten die beiden Gründer des Chors, Doris Stahel und Roberto Caranci. Nahtlos ging es vom geklatschten Rhythmus zum ersten Song «Joy» über. Das Publikum war fasziniert. Schon nach diesem ersten Song wurde den Gospelsängern ein heftiger Applaus zuteil.
Dem zweiten Song, «Royal Telephone», folgte das allen besten bekannte Lied von Boney M. «By the river of Babylon», bei welchem erstmals Roberto Caranci die Führung übernahm. Die Zuhörer liessen sich ihm begeistern und summten bein Refrain kräftig mit. Fortgefahren wurde mit einer biblischen Geschichte, der Geschichte des Moses, der sein Volk retten musste vor dem Pharao. In dem mitreissenden, «Go down Moses» spielte Mathias Harter das erste seiner souveränen Soli auf der Elektrogitarre.
Singen zum Trösten
Der besinnliche Song «Shine your light», wurde zum Gedenken an alle
Menschen gespielt, die besonders in diesem Jahr Schlimmes erleben
mussten, war allen Herzen gewidmet, deren Verletzungen noch lange
nicht geheilt sind. Wenn es reichen würde, für jedes dieser
blutenden Herzen eine Träne zu weinen, so wurde an diesem Abend
einigen geholfen. Denn niemanden im Saal liess dieses einfühlsame
Stück kalt. Die beiden darauffolgenden Lieder waren nicht weniger
kontemplativ, mit den Liedzeilen: «Niemand weiss, was ich
Schreckliches gesehen habe» aus «Nobody knows» oder «Gott, hilf mir
den richtigen weg zu finden» aus «Precious Lord take my hand».
Deutlich fröhlicher ging es weiter mit
«Operator», das die Leute die Trauer des Altags wieder vergessen
liess. Nach «I fell good» folgte das Planmässig letzte Lied, «Oh
happy day», bei welchem Roberto Caranci eine kleine Surprise
versprach. Vorerst wurde aber der Zürcher Schlagzeuger David Kieser
sowie der Gitarrist Mathias Harter und der zweite Musiker Christian
Bachmann mit einem gebührenden Applaus für ihre herausragende,
musikalische Leistung belohnt.
Singende Publikum
Die angekündigte Überraschung liess nicht lange auf sich warten –
das Publikum sollte singen. Roberto Caranci übte geduldig den
stimmlich sehr begabten Zuhörern, bis der Refrain von «Oh happy
day» beinahe perfekt sass. Die Stimmung im Saal war fast so
ausgelassen wie in einem dieser Filme, bei den Afroamerikanern
sonntags in der Kirche. Begeistert wurde aus vollen Kehlen
mitgesungen und das Ganze wiederholt.
Doch das Publikum hatte noch nicht genug und
brachte den Chor mit eindeutigen Argumenten dazu, noch eins
obendrauf zu setzen. Die Zugabe «Cumbaya» schien dem begeisterten
Publikum noch immer nicht zu genügen und so wurde als Höhepunkt
dieses zweitletzten Anlasses im Schafisheimer Jubiläumsjahr als
Zugabe zu der Zugabe das Publikum noch einmal richtig gefordert.
Roberto Caranci stieg bei «Amen» von der Bühne und forderte ddie
Menge auf, noch mehr zu klatschen, noch lauter mitzusingen. Als er
wieder auf die Bühne zurückgeklettert war, wurde der ganze Chor
mitsamt der bravourösen Band und den beiden animierenden
Showmastern mit Standing Ovations gefeiert.
Schliesslich waren alle trüben Gedanken verschwunden und man konnte
sich wieder, voll getankt mit afroamerikanischer Herzensgüte,
hinaus in die Kälte und in eine neue Woche stürzen. (jak)
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